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Der ökologische Fußabdruck unseres Essens

Prof. Michael Narodoslawski

Bisher wurde die Diskussion über unsere Ernährung vor allem aus dem Blickwinkel der Gesundheit geführt. Es ist sicher eine wichtige und richtige Fragestellung, ob das, was wir zu uns nehmen, uns krank macht oder gesund erhält. Es ist eben ein Unterschied zwischen "Nahrungsmittel" aus industrieller Fertigung und "Lebensmittel", die Kraft und Gesundheit aus der Natur mit auf den Teller bringen.

Spätestens seit die Klimaänderung in aller Munde ist, stellt sich aber auch die Frage nach dem Umwelteinfluss der Nahrungsmittel. Jede menschliche Aktivität beeinflusst unsere Umwelt. So ist es auch mit unsrem Essen. Felder werden gedüngt, Traktoren und Mähdrescher verbrauchen Diesel und geben Treibhausgase an die Atmosphäre ab, Pestizide zur Schädlingsbekämpfung werden ausgebracht. All das verändert das Klima, die Luft die wir atmen, das Wasser, das wir trinken und den Boden, auf dem auch in Zukunft unser Essen wachsen soll.

Ein verantwortungsbewusster Konsument will daher heute auch über die Umweltauswirkung Bescheid wissen, die das sonntägliche Wienerschnitzel auslöst. Dabei hilft der "ökologische Fußabdruck". Der ökologische Fußabdruck ist die Fläche, die notwendig ist, um das Wienerschnitzel auf den Tisch zu bekommen. Diese Fläche beinhaltet aber nicht nur den Anbau des Futters für das Schwein, sondern eben auch die Fläche, die die Natur braucht, um Treibhausgase, Pestizide und Düngemittel nachhaltig zu verkraften. Je größer der Fußabdruck, desto mehr Umwelt wird "verbraucht". Wer also "auf großem Tisch" lebt, schadet der Umwelt mit Messer und Gabel!

Der Umweltdruck unserer Ernährung hängt von vielen Faktoren ab. Die wichtigsten sind jedoch was wir essen und wie unsere Lebensmitte produziert werden. Hier zeigt sich, dass was gut für uns selber ist, auch gut für die Umwelt ist. Lebensmittel aus biologischem Anbau schneiden aus der Sicht ökologischer Nachhaltigkeit bei weitem besser ab als ihre Gegenstücke aus konventioneller Landwirtschaft. So hat ein Schinken aus biologischer Landwirtschaft nur etwa 40 % des ökologischen Fußabdruckes eines Schinkens aus konventioneller Nahrungsmittelproduktion. Ein Liter Biomilch hat gar nur 28 % des Fußabdruckes eines Liters konventionell hergestellter Milch.

Interessant ist auch, dass sich eine sorgfältige Humuswirtschaft ebenfalls positiv auswirkt. So kann etwa der Fußabdruck einer Schinkensemmel aus biologischem Anbau selbst bei sehr moderatem Humusaufbau noch um 10% gesenkt werden.

Es zahlt sich daher durchaus aus, beim Einkauf nicht nur auf die Gesundheit der Lebensmittel, sondern auch auf ihre Umweltwirkung zu achten. Ein einfaches Programm zur Berechnung des Lebensmittel-Fußabdruckes wurde von Studenten der Umweltsystemwissenschaften der Karl Franzens Universität Graz zusammen mit dem Institut für Ressourcenschonende und Nachhaltige Systeme der TU Graz entwickelt.  (Narodoslawski)

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