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Geld für Entwicklung durch die Devisentransaktionsssteuer

Der Tausch von Waren stand am Anfang der heutigen Wirtschaft. Lebensmittel wurden gegen Handwerksprodukte getauscht, mit der Zeit entwickelt sich Geld als allgemein anerkanntes Tauschmittel. Neben dem Warenverkehr entstand der Geldverkehr, da aus Übersee bezogenen Waren ja in irgendeiner Form auch bezahlt werden mussten.

Während Waren Tage bis Wochen brauchen, um vom Ursprungsland per Schiffscontainer oder Luftfracht in das Bestimmungsland zu gelangen, legt Geld diese Distanzen innerhalb von Sekundenbruchteilen zurück. Handelsware ist im Empfängerland in der Regel zu verzollen, d.h. der Staat hebt Abgaben ein, die für die Aufgaben der Allgemeinheit herangezogen werden können. Bei Finanztransaktionen ist dies bislang noch nicht der Fall. Die ungleichen Ausgangsbedingungen haben unter anderem dazu geführt, dass die Geldwirtschaft in den letzten Jahren massiv gewachsen ist und ein Vielfaches der Realwirtschaft beträgt – Stichwort „Kasinokapitalismus“ – und stärker auf Emotionen und Gerüchte reagiert (Stichwort Zinsentwicklung, Wechselkursschwankungen, Ölpreisentwicklung) als die tatsächliche Warenwirtschaft.

Der Global Marshall Plan für eine Ökosoziale Marktwirtschaft unterstützt die weltweit immer stärker werdenden Forderungen, eine Devisentransaktionssteuer einzuführen, die auch unter dem - nicht ganz korrekten - Titel „Tobin-Steuer“ diskutiert wird. Durch eine geringfügige Umsatzsteuer auf Devisentransaktionen (wie zum Beispiel den Umtausch von Euro in Yen) könnten jährlich rund 30 Mrd. $ für den Global Marshall Plan bereitgestellt werden. Eine Abgabe von beispielsweise 0,01% hätte kaum Auswirkungen auf die Realwirtschaft, würde aber Einiges bewirken und zumindest einen kleinen Teil der täglichen Devisentransaktionen (von über 700 Mrd. € allein innerhalb der EU) steuern.

Die Einführung dieser Abgabe wird seit langer Zeit gefordert. Wissenschafter, NGOs und Regierungen fordern diese Abgabe seit einiger Zeit, um eine geringfügige Abschöpfung der Finanzströme zu erreichen. Frankreich und Belgien haben diese Steuern unter der Bedingung einer internationalen Einführung im Parlament beschlossen, auch in Österreich gibt es einen solchen Parlamentsbeschluss.

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