Corporate Social Responsibility - Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft (CSR)

CSR im Kontext der Europäischen Union

EU-Grünbuch

In der Einleitung zum Grünbuch heißt es, dass immer mehr europäische Unternehmen als Reaktion auf den mannigfaltigen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Druck sozial verantwortlich agieren. Sie setzen damit ein Zeichen gegenüber den Stakeholdern, mit denen sie in einer Wechselbeziehung stehen. Die Unternehmen sehen ihr freiwilliges Engagement als Zukunftsinvestition, die letztlich auch dazu beitragen soll, ihre Ertragskraft zu steigern.

Die Freiwilligkeit und der Appell an die Unternehmen, etwas zu tun, das ist der Grundtenor des Grünbuches. Diese Freiwilligkeit wird dem Grünbuch auch immer wieder als Kritik oder als Schwachpunkt vorgeworfen, wie man unter anderem in der von Mark-Ungericht publizierten Studie "CSR zwischen Freiwilligkeit und verpflichtenden Regeln" nachlesen kann. So appellierte der Externe Verknüpfung Europäische Rat von Lissabon im März 2000 an die Unternehmen, ihre soziale Verantwortung im Hinblick auf die Einführung von Best Practice in den Bereichen lebenslanges Lernen, Arbeitsorganisation, Chancengleichheit, soziale Eingliederung und nachhaltige Entwicklung wahrzunehmen (Grünbuch S. 4). Da bei möchte die EU die bisher gesammelten Erfahrungen optimal nutzen, die Entwicklung innovativer Verfahren fördern und die Transparenz steigern, um Partnerschaften auf allen Ebenen zu vertiefen. Nicht unwesentlich ist laut EU der Beitrag, den die Wirtschaft zur Umsetzung der Strategie für eine nachhaltige Entwicklung liefert, die auf dem europäischen Rat von Göteborg im Juni 2001 beschlossen wurde. Viele Faktoren sind für die Entwicklung einer sozialen Verantwortung der Unternehmen ausschlaggebend:

  • Neue Anliegen und Erwartungen der Bürger, der Verbraucher, der Behörden und der Investoren im Kontext der Globalisierung und des industriellen Wandels.
  • Soziale Kriterien, die zunehmend Einfluss nehmen auf die Investitionsentscheidungen von Einzelpersonen und Organisationen in deren Rolle als Verbraucher und Investoren.
  • Die durch die Wirtschaftstätigkeit bedingten Umweltschäden lösen immer größere Besorgnis aus.
  • Die Medien und die modernen Informations- und Kommunikationstechnik machen die Wirtschaftstätigkeit immer transparenter.

Das Grünbuch streicht den unmittelbaren wirtschaftlichen Wert heraus, den die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung für die Unternehmen haben kann. "Obwohl die primäre Aufgabe eines Unternehmens darin besteht, Gewinne zu erzielen, können Unternehmen gleichzeitig einen Beitrag zur Erreichung sozialer und ökologischer Ziele leisten, indem sie die soziale Verantwortung in ihre grundsätzliche Unternehmensstrategie, ihre Managementinstrumente und ihre Unternehmensaktivitäten einbeziehen". (Grünbuch S. 5)

CSR wird im Grünbuch als Prozess bezeichnet, mit dem die Unternehmen ihre Beziehungen zu unterschiedlichen Stakeholdern gestalten, die ihrerseits realen Einfluss auf den Handlungsspielraum des Unternehmens nehmen können. Wie beim Qualitätsmanagement sollen die CSR-Aufwendungen nicht als Kosten, sondern als Investitionen betrachtet werden.

Die öffentliche Politik ist gefordert, "die Unternehmen zu einer verstärkten sozialen Verantwortung zu ermutigen und einen Rahmen zu schaffen, der dafür sorgt, dass die Unternehmen umweltpolitische und soziale Überlegungen in ihre Wirtschaftsaktivitäten integrieren ...". CSR trägt dazu bei, ein unternehmensfreundliches Umfeld zu schaffen.

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