Corporate Social Responsibility - Verantwortung von Unternehmen für die Gesellschaft (CSR)

Eine ganzheitliche Sicht der sozialen Verantwortung von Unternehmen

Immer mehr Unternehmen bekennen sich zu ihrer sozialen Verantwortung, eine entsprechende Anpassung der Managementpraxis steht aber in vielen Fällen noch aus. Die soziale Verantwortung kann nur von den Unternehmen selbst ausgeübt werden, andere Stakeholder können aber wichtige Funktionen übernehmen, die Unternehmen dazu veranlassen, sozial verantwortlich zu handeln.

Unternehmensführung im Bewusstsein der sozialen Verantwortung

Viele Unternehmen geben eine Erklärung ihrer Geschäftsprinzipien ab, einen Verhaltenskodex oder arbeiten ein Credo aus, in dem sie ihre Unternehmensziele, ihre Grundwerte und die Verantwortung gegenüber den Stakeholdern darlegen. Der Aspekt der sozialen Verantwortung ist in die Unternehmungsplanung und in Budgets einzubringen; die Unternehmensleistung ist zu bewerten, auf lokaler Ebene sind Ausschüsse einzusetzen, Sozial- und Umweltaudits durchzuführen und entsprechende Fortbildungsprogramme auszuarbeiten. Dabei sind Entscheidungen auch nach Kriterien zu treffen, die von bekannten Normen abweichen. Dementsprechend sind Ausbildungsprogramme, Kurse und Studiengänge zu entwickeln. (Grünbuch S. 18)

Soziale Verantwortung – Berichterstattung und Audit

Viele multinationale Unternehmen veröffentlichen mittlerweile CSR-Berichte. Dabei macht es Sinn, Arbeitnehmer in die Abfassung des Berichtes einzubeziehen. Als Grundlage hat u.a. die Europäische Kommission ein Sustainability Impact Assessment SIA vorgeschlagen. Das dänische Ministerium für soziale Angelegenheiten hat einen Sozialindex als Selbstbewertungsinstrument erarbeitet, mit dem ein Unternehmen seine soziale Verantwortung auf einer Skala zwischen 0 und 100 erfassen kann.

Frankreich erteilt Unternehmen seit 2001/2002 die Auflage, in den Jahresberichten ökologische und soziale Aspekte zu berücksichtigen. Eine Reihe von Organisationen entwickelte Standards für Sozialbilanzen, -berichterstattung und –audits, bei denen verschiedene Ansätze zugrunde gelegt werden: Verfahrens- und Leistungsstandards, freiwillige und obligatorische Standards, spezifische oder komplexe Standards. Zu den angesehensten Standards gehört der Externe Verknüpfung Standard Social Accountability 8000 (SA8000) und die Externe Verknüpfung Global Reporting Initiative GRI, die derzeit als beste Praxis gilt. Unerlässlich ist, dass die in den Berichten zur sozialen Verantwortung veröffentlichten Informationen von einer unabhängigen dritten Partei überprüft werden.

Qualität der Arbeit

Die Arbeitnehmer sind die wichtigsten Stakeholder und gehören daher entsprechend in der Umsetzung der sozialen Verantwortung eingebunden. Ansätze, die best practice zu verbessern, sind u.a. ein Verzeichnis der besten Arbeitsgeber (best place to work) oder auch die Auszeichnung von Arbeitnehmern, die sich besonders für die Chancengleichheit einsetzen oder Menschen mit Behinderung besondere Beschäftigungs-Chancen bieten.

Sozial- und Umweltgütesiegel (Grünbuch S. 22)

Erhebungen haben ergeben, dass Verbraucher nicht nur gute und sichere Produkte wünschen, sondern auch wissen wollen, ob sie auf sozial verträgliche Weise produziert wurden. Für die Mehrheit der Verbraucher beeinflusst damit die Wahrnehmung der sozialen Verantwortung eines Unternehmens die Kaufentscheidung oder die Wahl eines Dienstleistungsanbieters. Den europäischen Verbrauchern liegt am meisten am Arbeitsschutz und der Respektierung der Menschenrechte über die gesamte Wertschöpfungskette, Umweltschutz im Allgemeinen und die Senkung der Treibhausgase. Als Reaktion gibt es immer mehr Sozialgütesiegel, die von einzelnen Herstellern, Industriesektoren, NROs oder Regierungen geschaffen wurden. Ihr Anwendungs- und Nutzen ist jedoch beschränkt, da man sie in der Regel bei bestimmten Nischenprodukten findet. Vielfach mangelt es bei Sozial- und Umweltgütesiegeln an Transparenz und einer Instanz für die zuverlässige Überprüfung der geltend gemachten Ansprüche. Da die Zunahme von Sozialgütesiegeln zu einer Verwirrung bei den Verbrauchern führen kann, ist die Steigerung der Effizienz hier dringend erforderlich.

Sozial verantwortliches Investieren

Sozial verantwortliches Investieren (SRI Social responsible Investing) nimmt in den letzten Jahren an Popularität zu, weil es Investoren zuverlässige Anhaltspunkte über die Qualität des internen und externen Managements liefert. In Europa nimmt die Nachfrage nach SRI Fonds zu, in den Vereinigten Königreichen werden bereits 5% nach diesen Kriterien veranlagt. SRI-Fonds investieren auf der Basis von speziellen ökologischen oder sozialen Kriterien, die ausschließend (keine Tabak-, Rüstungs- oder Alkoholindustrie) oder positiv formuliert sein können (sozial und ökologisch proaktive Unternehmen). Ein wichtiger Aspekt ist der Shareholder Activism, aber auch die zunehmende Bedeutung von Corporate Governance. In Großbritannien wurde bereits 1991 das Externe Verknüpfung Social Investment Forum SIF geschaffen, ähnliche Foren entstanden nun auch in anderen Ländern. Weitere Aspekte sind:

  • Ansatz der Triple-bottom-Line-Investitionen
  • UK Social Investment Taskforce
  • Trustee Act
Beim Rat von Stockholm wurde beschlossen, bis 2003 einen dynamischen, effizienten europäischen Wertpapiermarkt zu schaffen.
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